CHICAGO 2007

 

Wieder ein Bericht mit aktuellen Eindrücken aus der Windy City: 

 

 

26/09 Mittwoch

Ich landete bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 23 Grad Celsius in Chicago O´Hare - the busiest Airport on Earth.

Die Pass- und Einreiseformalitäten dauerten diesmal etwas länger und die Straßen nach Hyde Park auf der South Side waren nur im Schrittempo passierbar - es dauerte ca 3 Stunden bis ich bei meinem Bekannten Bradford Lyttle angekommen war. Nach einigen Telefonanrufen stellte sich heraus, dass an diesem Abend kein einziges Blueskonzert auf der South Side zu besuchen war. Die North - Side - Clubs waren mir für einen ersten Abend nach der langen Reise zu weit entfernt und zu hektisch. Also entschloss ich mich den Gitarristen TOBY WALLACE mit seiner Combo zu hören. Diese Jazzcombo konzentriert sich auf Real-Book-Standards, an denen sich auch ein Bluesfreund erfreuen kann. Ort des Geschehens war übrigens LEE´S UNLEADED  BLUES - bekannt für heißen Blues am Wochenende (früher Queen Bees, 7401 S. South Chicago Ave).

  

TOBY WALLACE im Soul-Food Restaurant

Besonders hervorgehoben werden muss, dass Lee´s sich am Mittwoch zu einem Treffpunkt von jazzhungrigen Musikern gemacht hat - etliche Bläser (Posaune, Trompete, Saxophone) fanden den Weg dorthin. Publikum dagegen konnte man kaum antreffen. Ich spielte selber ein paar Standards mit - Black Orpheus, Blue Bossa, Misty.

27/09 Donnerstag

  Frühstück bei Valoi's,einer Institution auf Hyde Park´s 53rd Street - see your food ist deren Motto.  Später CD-Kauf bei Dr Wax (Harper Court, um die Ecke). Unter  southsidestar. findet man einige Hinweise um das Hin- und Her dieses Ladens, der kurz vor der Schließung stand.  Der legendäre CD-Second-Hand-Laden  bleibt Hyde Park erhalten und ist inzwischen wieder besser sortiert. 

Später Jazz im Tropical Den, 72nd und Exchange mit George Freeman, Bruder des bekannterem Von Freeman. Unter dem Link könnt ihr ein Album probehören. Der Typ ist cool!!

 Bei Lee's Unleaded lande ich schließlich mit meiner alten Freundin Delores Scott. Dort spielte  Super Percy's Band (http://www.superpercy.com/) Percy schreibt etliche Songs selbst und spielt sie auch bei seinen Gigs - im Gegensatz zu Vance KELLY, der ja immer noch seine Standards bemüht. "I Ain´t Gonna Do It No More" - die Geschichte eines Mannes, der -nachdem er zuviel getrunken hat- von einer fremden Frau verführt wurde und dies nun seiner eigenen Frau gestehen muss, bleibt mir besonders in Erinnerung. Hitverdächtig!

 

   

ED, TRE & SUPER PERCY

Was ist eigentlich aus Tre, dem Sohn von L.V. Banks geworden? Außer einem regelmäßigen Gig bei Loy´s Lounge (6046 S. Racine) am Sonntag ist nichts von ihm zu sehen. Und sein Vater? Spielt zurzeit nicht einmal. Schade! Der hat in den 60ern mit allen Großen gespielt.

28/09 Freitag

An diesem Tage hatte ich ein Treffen mit  Robert Bob Jones , dem legendären Songschreiber eingeplant. Er wohnt auf der South Side ziemlich weit südwestlich. Jones besitzt mit seiner Frau, einer ehemaligen Lehrerin und Schulleiterin ein nettes Einfamilienhaus in einem angenehmen Viertel. Seine vielleicht bekanntesten Songs schrieb er für Artie White "Leaning Tree" oder für Little Milton "If This Ain´t The Blues" oder "I Want My Baby Back". Seine Songs findet man auf den CDs von Tyrone Davis, Charles Wilson, Ruby Andrews, Willie Kent, Willie Clayton bis zu Cicero Blake. Die ganz großen Hits fielen nie dabei ab - aber ein schöner Zusatzverdienst ergibt sich für ihn bis heute. Bob Jones arbeitete bis zu deren Schließung 1985 in den Stahlwerken südlich von Chicago und hatte dadurch sein regelmäßiges Einkommen. Danach versuchte er sich im Barbecue-Geschäft mit mäßigem Erfolg. Schließlich begann er, Künstler zu vermitteln, Konzerte und Tourneen zu veranstalten. In der Disco-Phase der 80er Jahre sicher kein leichtes Unterfangen. Artie White, Little Milton und Tyrone Davis waren seine Kunden schon in dieser Zeit.

Eine Gospel-Agentur wurde aufmerksam auf ihn und verpflichtete ihn für gutes Geld (ca $ 500 pro Woche plus alle Ausgaben) - aber die wollten alles schriftlich. Diese Büroarbeit verbunden mit dem Tourneestress bewirkten eine Verschlechterung von Bob´s Gesundheitszustandes . Schließlich erlitt er eine Herzattacke, bekam zwei Bypässe gelegt und quittierte diesen Job. 

Wie kam er dazu, Songs zu schreiben? Schon mit 9 Jahren notierte er sich Reime und sammelte diese. Manchmal ging ihm dabei eine Melodie durch den Sinn. Leider zerriss eine ältere Schwester einmal alles Gesammelte. So stoppte er für eine Weile seine Reimtätigkeit. Als junger Mann lebte er zwei Jahre in New York City und Los Angeles bevor er zur Navy eingezogen wurde. Doch er wurde nicht nach San Diego geordert sondern konnte seinen Dienst in Great Lakes antreten. 

1975 schrieb er "Leaning Tree" für Artie White, zu dieser Zeit begann er wieder verstärkt, Songs zu schreiben. Wenn er einen Song schreibt, hat er auch immer einen bestimmten Interpreten im Sinn. So verwehrt er sich gegen die vielen Künstler, die seine Songs covern (No, I never wrote that song for that guy. He just took it. I wrote it for Artie.) Die Tantiemen steckt er sicherlich trotzdem gerne ein. Man findet seine Songs auf den Tonträgern von Ichiban, Malaco, Miss Butch uvam. Zurzeit betreibt er wieder eine Agentur und vermittelt u.a. Bobby Slim James, Miss Jessie, Poonanny, Nolan Struck und Swamp Dogg. Auf seiner Website kann man Alben von diesen Künstlern bestellen. Zusätzlich organisiert er mit der City of Chicago teilweise das große Chicago Blues Fest im Grand Park.  

Hier noch ein Link zu Bob Jones http://findarticles.com/p/articles/mi_qn4155/is_20070603/ai_n19200611, ein Artikel aus der Chicago Sun-Times von David Hoekstra über Jones. 

Abends bin ich dann ins Army and lous. gegangen um TobyWallace erneut zu hören. Ich staunte nicht schlecht als ich feststellte, dass ich in einem Speiserestaurant angekommen war. Dort spielte Toby mit seinem Pianisten Jazzstandards. Ich staunte noch mehr, als plötzlich weiße Menschen in das Lokal eintraten - ich war auf der 75th Street mitten im Black Ghetto. Dann sprachen diese Menschen auch noch deutsch und ich konnte - was ein Zufall - den Kölner Konzertveranstalter Rolf Schubert begrüßen, der eine Reisegruppe durch Chicago führte.  Ach ja, Gitarre spielte ich auch noch. Neben einigen Standards durfte ich Mrs B begleiten, eine R&B- und Jazzsängerin. 

Schließlich fuhr ich wieder zu Lee´s Unleaded um Super Percy zu hören. Dort angekommen traf ich zunächst einen alten Kumpel -. den "Entertainer of the Year (?)" Manuel Arrington.

Neben ihm der Bassist von Super Percy, ein Cousin von Vance Kelly, dessen Namen ich mir nicht merken konnte. Außer Arrington, der üblicherweise als MC durchs Programm führte, traf ich einen weiteren alten Freund - Gaylord, den Sänger. Leider nagt der Zahn der Zeit an ihm, er sah etwas mitgenommen aus und sein Vortrag war nicht so kraftvoll wie in früheren Jahren. Immerhin ist er noch aktiv und singt seine Songs - "I´m Ready" (mit Harmonika)," I Just Wanna Make Love To You" und" Flip Flop and Fly".

             

Einen Song durfte der hervorragende Sänger R.C. Campbell vorstellen.

Glücklicherweise benötigen wir keine Kabel mehr - die Sänger können also direkt raus ins Publikum. Neben einer erneut guten Show von SUPER PERCY hörte ich noch WILLIE WHITE mit seiner Band (u.a. JOE PRATT am Bass), die gerade von einem Gig kamen.

Willie ist ein hervorragender Sänger und mit ihm auf der Bühne wurde die Band auf ein ruhiges Level zurückgedreht. Der ist richtig gut und arbeitet sehr mit Dynamik- und Storytelling. Gesungen hat er dann doch nur Standards "Last 2 $" und "Steppin In". Ich selber spielte auch drei Stücke mit und überraschenderweise (?) kam ein Typ während meines Solos zur Bühne und steckte mir einen Geldschein zu. Im nächsten Stück noch einmal. Nun ist das nicht ungewöhnlich. Wenn jemanden im Publikum etwas gefällt, steckt das Geld locker. Doch ich habe noch nie 2x  5 $ zugesteckt bekommen. Später war er immer noch außer sich (I love your playing, man)

29.09 Samstag

Tagsüber erledigte ich etliche Shoppingaufträge auf der North Side. Mit Delores Scott hatte ich mich für abends im Harlem Avenue Lounge verabredet.  Der liegt ein wenig außerhalb der Stadtgrenze hinter dem Midway Airport westlich. Hier spielte der ex-Muddy-Waters-Mann John Primer

In seiner aktuellen Band spielen neben zwei weißen Musikern auch die alten, gestandenen Chicago Bluesmänner Vernon Rodgers und Michael Morrison.

Schlagzeuger Vernon Rodgers und dessen Frau Gloria Thompson-Rodgers durfte ich bei etlichen Auftritten in den 1990er Jahren, u.a. bei Buddy Guy´s Legends, begleiten. Vernon ist Automechaniker und konnte mir mehr als einmal aus der Bredouille helfen. Gloria unterrichtet, wie er sagt, zurzeit in der Grundschule um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. 1995 veröffentlichten sie ein schönes Album "Daddy´s Girl" mit so illustren Mitmusikern wie James Wheeler (ex-Otis Rush), Hollywood Scott (Tyrone Davis´ langjährigen Bandleader), Orlando Wright (ex-Buddy Guy, vorher hatte ich ihn einmal für einen Gig mit Little Scotty gebucht) und Leo Davis.  

     

Und Michael Morrison sollte noch aus seiner Zeit mit James Cotton ein Begriff sein. Der Bluesbassist, der eigentlich immer Hardrock spielen wollte. Aber als Schwarzer ging das nicht, zumindest in der Zeit, als er anfing damit. Alle Jethro Tull Aufnahmen hat der Typ. Als er unterwegs mit James Cotton einmal Led Zeppelin traf war er vollkommen von den Socken, wie er mir sagte ("I totally freaked out"). Ein Bild von diesem Treffen trägt er immer bei sich. Mit Michael war ich während meiner Zeit mit ZORA YOUNG unterwegs. Wir spielten u.a. die Mountain Stage Radio Show, die überall in den USA im Public Radio in den folgenden Monaten ausgestrahlt wurde. Michael fährt den Van tagelang ohne Pause. Das zeichnet ihn aus. Das macht er seit er eine Erfahrung mit James COTTON hatte, der nie andere Musiker ans Steuer ließ, selber aber nur unzureichend gucken konnte. Da wurde mehr als einmal der Van in den Straßengraben gesetzt. Michael spielte später wieder mit COTTON aber auf höherem Niveau. "You know we took planes, went all over. Got own hotel rooms and everything. This was another level." Nachdem COTTON wieder verstärkt akustisch spielte, löste er die Band auf. Michael traf PRIMER und spielt seitdem mit ihm - regelmäßig in den Kingston Mines, Harlem Avenue Lounge und BlueChicago. PRIMER hat regelmäßige Gigs und zurzeit ist eine Tournee in die Türkei für November geplant. 

Der Harlem Avenue Lounge liegt in einem weißen Vorort. Eine Sportsbar, gleich drei Fernseher zeigen aktuelle Spiele: Baseball, Football und Soccer! Das Publikum ist im mittleren Alter 30-50 Jahre alt und aus der Arbeiterklasse. Da gehts hoch her, da werden die Dollars am Wochenende ausgegeben. Die Menschen mögen Blues aber auch Country. PRIMER spielt hier z.B. den "Rhinestone Cowboy" und einige Soul-Balladen, die er eigentlich nicht wirklich gut spielen kann. Sein Gitarrenstil ist schon sehr auf den 12-Takter festgelegt. Anders sollte die Musik nicht sein, da klingt er am Besten. 

Auf dem Rückweg stoppte ich bei Lee´s Unleaded um JOHNNIE DRUMMER zu hören. Ich staunte nicht schlecht als ich Brook Benton´s "Rainy Night In Georgia" hörte. Nur wenige Sänger wagen sich an Benton´s Material - mit Blues hat das nicht viel zu tun, gefühlvoll ist es aber sehr. Bassist Wayne Brooks sang, der Gleiche, dem ich 1989 ein 6-Zylinder Ford  verkaufte (Buddy Scott zahlte dafür) und der noch 4 Jahre damit herumfuhr. Ich musste damals nach Ablauf meines Visas die USA verlassen und verkaufte dementsprechend alles, was ich hatte. Den hatte ich lange nicht gesehen. Er stellte mich gleich seiner Frau vor und wir erzählten über längst vergangene Zeiten...

 

30.09. Sonntag

Nach dem Frühstück unternahm ich einen Spaziergang zum Lake. Der neu gestaltete (betonierte) Weg zum Museum of Science and Industry und weiter zum Lake hätte sicher schöner gemacht werden können. Immerhin wurde investiert und schön sauber ist es auch.

 

 Die Entchen hätten sicher auch meine Tochter begeistert. Abends fuhr ich zur Damen Ave Ecke 56th Street um Ray Killer Allison zu hören. Da ging eine richtige Downhome Blues Party ab. Zwei ältere Damen feierten Geburtstag, es wurde getrunken, getanzt und gelacht. Killer spielt eine wie ich später feststellte unbespielbare Stratocaster und quält damit das Publikum. Er hat viel Spaß und sein breites Lächeln überträgt sich schnell. Er spielt alle Standards "Last Two Dollars", "Downhome Blues", "Mojo" usw. Der Enthusiasmus ist erkennbar, die Qualität fehlt. Später kam der Junkyard Dawg vorbei, der zwei Stücke sang. Ein großartiger Sänger, den ich schon seit Buddy Scott´s Tagen kenne.

 

Nächster Stopp: Artis´s mit JOE BARR, den ich bereits im letzten Jahr begeistert gefeiert hatte. An diesem Abend war er leider sehr erkältet und seine Stimme klang nicht wie gehabt. Schade! Trotzdem lief er durch den Club ohne Mikrophon und sang zu den Ladies - ganz große Kunst!

Begleitet wird er noch immer von dem großartigen Osee Anderson. Schließlich fuhr ich in dieser extrem nebligen Nacht (kenne ich so nicht von Chicago) noch zu Lee´s Unleaded von der kleine quirlige SHORTY MACK spielte. Der kann keine Sekunde ruhig stehen und ist ständig unterwegs. Auch in seinem Vortrag wechselt er häufig von Stück zu Stück, harte Arbeit für die Band. Schön war seine Version von "Jealous Kinda Fellow", ein selten gespieltes Stück von Garland Green. 

 

1.10. Montag

Zum ersten Male regnet es in Chicago. Ich fahre trotzdem auf die West Side um mir eine Ausstellung mit Skulpturen von Nikki de St. Phalle nicht entgehen zu lassen. Die Ausstellung findet im Garfield Park, 300 N. Central Park statt - im Herzen des Gettos, allerdings in einem Botanischen Garten, der entlang der Lake Street und Central Park liegt. Ein paar Blocks weiter möchte man sich nicht gern aufhalten... Die Gewächshäuser erinnern an den Palmengarten von Frankfurt, insgesamt ist die Anlage in Chicago aber wesentlich kleiner. 

Miles Davis Trompeter

Neben diesen Musikern waren afro-amerikanische Sportler, religiöse Inhalte und Alltagsgegenstände Themen der überaus interessanten Ausstellung. Da ich schon auf der West Side war fuhr ich weiter westlich auf die Madison Avenue zu dem legendären Plattenladen Out Of The Past, 4439 W. Madison. Dort erstand ich die Artie-White-CDs auf Chilltown, seinem eigenen Label. Da Artie im Krankenhaus weilte (allgem. Gesundheitscheck) konnte ich sie nicht direkt von ihm kaufen. "Package Deal" und "First Thing Tuesday Morning" zeichnen sich durch sehr einfaches CD-Coverartwork und Nachlässigkeiten in der Produktion aus. Es gibt außerdem Überschneidungen mit den Waldoxy-Scheiben von White. Trotzdem gibt es ein paar Hits: der skurrile "Chinese Shuffle" mit asiatischen Anklängen, das leidende "Breakfast On The Table" (aber die Frau ist weg, da schmeckts nicht) oder das witzige "Can´t Watch A Pussycat" mit der Zeile "I used to quit my woman if I hadn´t caught her cheating after 4 weeks. Then she´s too slick for me." Große Kunst! Die CDs kann man auch über Artie´s website erstehen: www.artiewhite.com.

Abends ging es Linda´s Place auf der 51st Street (Ecke Vernon) wo "the fantastic L´Roy" spielte. Und er überzeugte mich völlig. Wieder eine kleine schlauchförmige  Bar, downhome-Stimmung und eine fantastische Band, Musiker aus der ehemaligen Masheen Company. Kenny Hampton am Bass war mir persönlich bekannt, die anderen Cracks allerdings nicht. Sehr schön eingespielte  Arrangements von Jazz-Rock-Klassikern ließen zu Beginn aufhorchen. Dann kam der Meister - L´Roy, den noch keiner auf der Liste hat. Dank kabelloser Mikrophone ist er im ganzen Lokal präsent, auf der Theke, neben dem Eingang, hinter der Theke, auf der Bühne - kaum zu halten. Mit einer eindringlichen Stimme singt er Soul-Blues-Stücke und lässt keine Fragen offen. Starker Gesang, direkter Kontakt mit dem immer ekstatischer werdenden Publikum und ne tolle Band - was will man mehr? Wer holt den da raus?   Im zweiten Set gab es Gastauftritte u.a. auch von mir. So durfte ich einen unbekannten Sänger bei "Members Only", der Bobby-Bland-Ballade begleiten. Ein schöner Abend.

mit Ronnie Hicks L´Roy

An der Tür traf ich Ronnie Hicks, ehemaliger Bandleader von Masheen. Der suchte Musiker und wollte mich für sein Projekt begeistern. Wäre schön gewesen...

Weiter ging es zu Artis´s wo die Sons of the Blues den Geburtstag von Nick Charles, ihrem langjährigen Bassisten feierten. Leider war es bereits recht spät, Manuel Arrington hatte gerade sein Programm durchgezogen und ich hörte nur noch die letzten Nummern. 

2.10. Dienstag

Im Museum for Contemporary Art gab es eine Ausstellung zum Thema Sympathy For The Devil - der Einfluss der Kunst auf Popmusik und umgekehrt. Insgesamt fand ich dieses Angebot entäuschend, zwar gab es interessante Installationen von Andy Warhol aber der Schwerpunkt lag auf wirklich zeitgenössischen deutschen Künstlern und Musikern, die mir komplett unbekannt waren. 

Auf der Clark Street konnte man früher gut gebraucht-CDs und Gebrauchtbücher erwerben. Leider gibt es Powell´s Bookstore , 2nd Hand Tunes oder Tower Records nicht mehr. Der Markt ist sehr geschrumpft. 

Abends ging es in den Checkerboard Lounge wo VANCE KELLY spielte. L.C., der etwas eigenwillige Chef spendierte mir den Eintritt und ließ später noch ein Freibier springen!Mit einem 500er Mercedes vor der Tür neuester Baureihe kann es ihm nicht so schlecht gehen. VANCE ist in guter Form - von Benson´s "World Is A Ghetto", Tyrone´s "Are You Serious" bis zu Santanas "Black Magic Woman" und Hendrix´ "Hey Joe" ist alles dabei. Große Klasse. Inzwischen ist auch ein Saxophonist mit von der Partie neben zwei Keyboards. Ein schöner Abend, leider hatte mich Vance vergessen - der letzte Abend war der einzige, an dem ich nicht spielte. 

 

 

Noch ein allgemeiner Hinweis: Sightseeing virtuell wird durch Google Streetview erst richtig spannend! Geht auf die Stadt Chicago und ihr könnt fast alle Straßenzüge auf der South Side photographisch festgehalten in aktuellen Bildern erkunden. Gebt die Adresse von Muddy´s House (4339 S. Lake Park) ein und seht, wie das Haus zerfällt. Oder schaut im Blues (2518 N. Halsted) nach dem aktuellen Programm. 

 

 

 

 

 

 

 

e 40 Jahre in Chicagoer Schulen, am Schluss leitete sie selbst eine Schule.

 

spielt. Polizeikontrolle auf dem Heimweg.